Das Gut "Herrschaft Gstatt"

Die alte „urbariale“ (heute „grundbücherliche“) Bezeichnung „Herrschaft Gstatt“ verweist auf eine vormals – hier durch das Stift Admont - ausgeübte Grundherrschaft. Da eine solche auch gewisse amtliche Kompetenzen innehatte, hat sich bis heute mancherorts die Bezeichnung „Forstamt“ in der Firmenbezeichnung forstlicher Betriebe erhalten...

Geschichte

Die Anfänge der Stift Admont´schen (gegr. 1074) Grundherrschaft in Öblarn reichen ins 12.Jahrhundert.

1394 wird die „Probstey Gstadt“ (heute Schloß Gstatt) am Fuße des Mitterbergs als Sitz der Verwaltung für die stiftischen Besitzungen und bäuerlichen Untertanen zwischen Liezen und Schladming errichtet.

Die Wälder wurden damals vorwiegend zur Kohl-und Grubenholzgewinnung für den der Familie Stampfer und später der Innerberger Hauptgewerkschaft unterstehenden, bis auf die Römerzeit zurückgehenden Kupfer- und Eisenerzbergbau im Walchental, darüber hinaus für den Haus- und Eigenbedarf der örtlichen Bauern und Gewerbetreibenden genutzt.

1892 erwirbt Graf Charles Francois Bardeau die seit der Bauernbefreiung 1848 ungefähr 8.000 ha Eigenbesitz umfassende Herrschaft Gstatt und erweitert sie durch Zukäufe auf rund 13.000 ha. Durch Zupachtungen wird die Jagdfläche nochmals annähernd verdoppelt, was den hohen Stellenwert des Jagdwesens im ausgehenden 19.Jahrhundert widergibt. Schloß Gstatt und das Verweserhaus („Herrschaftsamt“) in Öblarn erfahren großzügige Umbauten und Erweiterungen.

Von der Boden-Creditanstalt, die während der Wirtschaftskrise der Zwanzigerjahre die  Verwaltung der Herrschaft übernommen hat, erwirbt diese Graf Hieronymus Colloredo-Mannsfeld aus dem „böhmischen“, fürstlichen Zweig der Familie (sh. dazu die Familiengeschichte) im Jahre 1929.

1942 werden alle Güter der fürstlichen Familie Colloredo-Mannsfeld in Böhmen und in der „Ostmark“ wegen derer „reichsfeindlichen Bestrebungen“ durch Verfügungen der Gestapo eingezogen. Die Herrschaft wird der Reichsforstverwaltung unterstellt. Der (böhmischstämmige) Forstverwalter, Ing. Jaroslav Beran, darf jedoch auf seinem Posten verbleiben und führt den Besitz, der Familie loyal verbunden, umsichtig durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit.

1948 wird das Gut dem ältesten Sohn und Erben des Grafen Hieronymus (verstorben 1942), Dr. Josef Colloredo-Mansfeld (1910-1190), restituiert.

1988 vollziehen dessen Erben eine Realteilung: Schloß Gstatt mit dem Mitterberger Wald und dem Revier Rohrmoos-Untertal gehen an Kristina Colloredo-Mansfeld. Die damit im Wesentlichen wieder auf das einst „stiftische“ Ausmaß verkleinerte Herrschaft Gstatt geht an DI Jerome Colloredo-Mannsfeld. 1988 wird sie vorübergehend in das Eigentum von Livia Colloredo-Mannsfeld überführt, welche sie dann 1992 in die zu diesem Zweck gegründete Fürstlich Colloredo-Mannsfeld´sche Familienstiftung mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, einbringt. (Zum damaligen Zeitpunkt lagen noch keine gesetzlichen Grundlagen für die Begründung einer österreichischen Stiftung vor.)

Zweck der Stiftung ist die Bewahrung betrieblicher Einheit und Strukturen und die Vermeidung weiterer erbrechtlich bedingter Besitzzerstückelung.

Die "Herrschaft Gstatt" heute

Dem Forstamt Gstatt in Öblarn unterstehen die Reviere Walchen-Prellegg (2.820 ha) bei Öblarn und das Revier Schwarzensee (5.440 ha) im Kleinen Sölktal. Letzteres nimmt fast ein Drittel der Gesamtfläche des „Naturparkes Sölktäler“ ein.

Die Betriebsfläche

Von der Gesamtfläche von ca. 8.260 ha entfallen jeweils ca. auf

landwirtschaftliche Gründe 30 ha
Ertragswald (einschließlich Schutzwald i.E.) 2.350 ha
unbestockte und bestockte Alpen (Schutzwald a.E., Strauchwald) 3.140 ha
alpine Reinweideflächen 500 ha
unproduktives Gebiet 2.240 ha

Dazu kommen der Schwarzensee (23 ha) sowie ein kleiner genossenschaftlicher Anteilsbesitz. Die Jagdfläche ist durch Vorpachtflächen nominell geringfügig größer, doch sind erhebliche Anteile der teilweise extrem steilen Gebirgslagen des Betriebes praktisch unjagdliches Gebiet.

Als einstmals landesherrliches Lehen ist der Betrieb stark mit Wald- und Weideservituten belastet: Das sind Rechte der Bauern und des (meist vormaligen) örtlichen Gewerbes, Bauholz und Brennholz aus den Wäldern zu beziehen sowie während der Sommermonate Weide- und Almwirtschaft zu betreiben. Diese Rechte wurden nach der Bauernbefreiung von den Grundherrschaften im 19.Jahrhundert in den sog. „Regulierungsverträgen“ genau festgelegt und sind in manchen Aspekten stärker als reines Eigentum.

Die Waldwirtschaft

Bereits ab der 1960er Jahre setzte die Ablösung von der dahin als reine Kahlschlagswirtschaft zu charakterisierende Betriebsform durch eine kleinflächige, auf natürliche Verjüngung des Waldes zielende  Nutzungsweise ein. Diese setzt eine intensive Erschließung mit Forststraßen voraus. Nach annähernd 40jähriger Aufbauarbeit, welche weitgehend zu einer Erreichung der waldbaulichen Ziele geführt hatte, wofür der Betrieb im Jahr 1999 auch mit dem Österreichischen Staatspreis für vorbildliche Waldwirtschaft ausgezeichnet worden war. 

Es vernichteten jedoch die Stürme der Jahre 2002 und 2004 sowie darauf einsetzende Käferkalamitäten und  zuletzt die Hochwasser-und Murenkatastrophe im Sölktal vom Juli 2010 große Teile der Wald- und Almenstruktur nachhaltig. Schadensbedingte und wirtschaftliche Sachzwänge forderten schmerzhaften Tribut.
Dennoch soll am Grundsatz, den Wald „so ökologisch wie möglich und so ökonomisch wie nötig“ zu bewirtschaften, auch in Zukunft festgehalten werden.

Unsere Forstprodukte

Wir ernten jährlich rund 14.000 Festmeter (Nadel-)Holz - mit fallender Mengentendenz, um die kalamitätsbedingten Substanzverluste langsam auszugleichen.

Mit 10.000 Festmeter Sägerundholz, 3.000 Festmeter Industrie- und 2.000 Festmeter Brennholz/Biomasse beliefern wir Kunden in ganz Österreich.

Das Team

Sekretariat:

Margret Zettler
Email: office@colloredo-mannsfeld.com
Telefon: +43 (0)3684 6040

Geschäftsführung:

Dipl.Ing. Jerome Colloredo-Mannsfeld
Email: jerome@colloredo-mannsfeld.com
Telefon: +43 (0)3684 6040 13

Geschäftsführung:

Mag. Paul-Josef Colloredo-Mannsfeld, MBA
Email: paul-josef@colloredo-mannsfeld.com
Telefon: +43 (0)3684 6040 14

Betriebsförster:

DI Marko Grünwald
Email:
marko.gruenwald@colloredo-mannsfeld.com
Telefon: +43 (0)3684 6040 16
Mobil: +43 (0)664 38 54 498

Forst-und Jagdbetriebsdienst Öblarn-Walchen:

DI Marko Grünwald
Email:
marko.gruenwald@colloredo-mannsfeld.com
Telefon: +43 (0)3684 6040 16
Mobil: +43 (0)664 38 54 498

Jagd- und Forstbetriebsdienst Kleinsölk-Schwarzensee:

Rjg. Heinrich Daum
Email: daum@colloredo-mannsfeld.com
Mobil:+43 (0)664 18 13 943

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